Geschichte des Vereinsrings Goldstein 1966 e.V.
Schwierige Zeiten
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs das Vereinsleben in Goldstein deutlich an und es wurden Vereine unterschiedlichster Interessen gegründet oder gingen aus bereits bestehenden Vereinen hervor. Den 15 Vereinen fehlte es damals an geeigneten Übungsräumen, denn es gab zu der Zeit in Goldstein noch keine Schulen, keine Turnhallen, keine Kirchenzentren, in denen man Unterrichts— oder Übungsräume finden und benutzen konnte.
Nach der Devise, wenn dir keiner hilft, so hilf dir selbst, gingen die Goldsteiner unter der Federführung des 1957 gegründeten Vereins für Sport, Kultur und Jugendpflege daran, dem Raummangel Abhilfe zu schaffen. Mit finanzieller Hilfe des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt sowie mit viel Goldsteiner Selbsthilfe bauten sie ein vereinseigenes Bürgerhaus, auch Volkshaus genannt, in der Straße an der Schwarzbachmühle 20.
Das Bürgerhaus Goldstein entsteht
Am 30. April 1960 erfolgte die Einweihung des „ersten und einzigen Bürgerhauses in Vereinsregie“ im Beisein des damaligen Hessischen Innenministers Heinrich Schneider und zahlreicher Ehrengäste. Goldstein hatte endlich einen zentralen Platz, an dem das Gemeinschaftsleben auf allen Gebieten gepflegt werden konnte.
Weitere neue Vereine entstanden. Die einzelnen Interessen aller Vereine und die zeitliche Einplanung der gewünschten Benutzung führten zwangsläufig zu Spannungen, weil eine ordentliche Koordinierung fehlte. Die Goldsteiner Vereine mussten sich wieder neue Möglichkeiten für Übungsabende etc. suchen, in den inzwischen vorhandenen Schulen, bei den Kirchen, in Privatwohnungen, zum Teil auch in anderen Stadtteilen.
1967 übernahm der neu gegründete Bürgerhausverein (als Rechtsnachfolger des Vereins für Sport, Kultur und Jugendpflege) das alte Bürgerhaus. Bereits 1959 hatte die Stadt Frankfurt die alte Parkgaststätte modernisiert und man überlegte, diese als neues Bürgerhaus zu nutzen. Im Zuge der sich über eine längere Zeit hinziehenden Verhandlungen hat sich im Goldsteiner Vereinsleben die Notwendigkeit ergeben, eine Dachorganisation zu gründen, die zukünftig die Koordinierung der einzelnen Vereinstermine durchführen sollte.
Gründung Vereinsring
Die Gründung des Vereinsringes Goldstein erfolgte im August 1966, damals der erste eingetragene Vereinsring in Frankfurt. Der erste Vorstand wurde aus den Mitgliedsvereinen gewählt und bestand aus Alfred Kiefer (Schlippcher) als 1 . Vorsitzender, Georg Steinhauer (VfL) als 2. Vorsitzender, Berthold Matzke (Siedlerbund) als Kassierer, Dr. Richard Langer (Bürgerhausverein) als Schriftführer sowie Dr. Waltraud Boss und Karl Alfred Brandt als Beisitzer.
Folgende Vereine hatten sich dem neuen Ring angeschlossen:
- Deutscher Siedlerbund (heute Verband für Wohneigentum)
- Akkordeon—Club Goldstein e.V.
- VdK Verein für Kriegs— und Wehrdienstopfer , Behinderten und
Sozialrentner Deutschland (heute Sozialverband VdK Hessen-
Thüringen e.V.)
- DRK Deutsches Rotes Kreuz
- Goldsteiner Schlippcher von 1950 e.V. (heute SV Goldsteiner Schlippcher)
- Goldsteinchor Freundschaft (heute nicht mehr existent)
- SPD Ortsgruppe Schwanheim-Goldstein
- CDU Ortsgruppe Schwanheim-Goldstein
- Vogelfreunde Goldstein 1962 e.V. (heute nicht mehr existent)
- SC Sport—Club Goldstein 1951 e.V.
- VfL Verein für Leibesübungen 1953 e.V.
- Kleintierzuchtverein Goldstein (heute nicht mehr existent)
- AWO Arbeiterwohlfahrt Frankfurt
Am 16. September 1967 konnte endlich das neue Bürgerhaus, die renovierte Parkgaststätte, dem Bürgerhausverein offiziell von Oberbürgermeister Brundert übergeben werden. Der neue Mittelpunkt von Goldstein war geschaffen.
50 Jahre Goldsteinsiedlung
Im Jahr 1981 beschloss der Vereinsring, im nächsten Jahr den 50. Jahrestag des Bezuges der ersten Goldsteiner Siedlerstellen zu feiern. Wenn auch erst 50 Jahre alt, sollten doch alle Frankfurter ganz schnell merken, dass man ein solches Ereignis in Goldstein anders feiern wird, als bei den üblichen 1100- oder 1200-Jahrfeiern der Nachbarstadtteile.
Insgesamt 25.000 Besucher haben in der Festwoche 1982 die Veranstaltungen besucht. Seit 1982 wird in Goldstein eine Rosenhoheit gekrönt, die den „schönsten Stadtteil Frankfurts“, wie die Goldsteiner mit einem Augenzwinkern sagen, bei vielen Veranstaltungen repräsentiert.
1988 war das Bürgerhaus für die inzwischen 23 Vereine wieder zu klein und sollte umgebaut werden. Die Saalbau GmbH übernahm den Umbaukosten und sollte das Haus später betreiben. Mit der offiziellen Einweihungsfeier am 7. Juni 1991 war das neue Bürgerhaus wieder einsatzfähig.
Auf Initiative des Goldsteiner Vereinsrings wurde der jährliche Weihnachtsmarkt auf dem Parkplatz vor dem Bürgerhaus Goldstein eingeführt und am 13. Dezember 1986 erstmals abgehalten. Er stand unter dem Motto „Goldsteiner helfen Goldsteinern“ und der Erlös kam unmittelbar bedürftigen Goldsteiner Bürgern zugute. Da die umliegenden Stadtteile ihre Weihnachtsmärkte fast alle zur gleichen Zeit abhielten, wurde 1998 aus dem Goldsteiner Weihnachtsmarkt der Martinsmarkt, der am 14 . November 1998 erstmals stattfand. Das Motto mit dem für Goldstein stehenden Gemeinschaftssinn und die Weitergabe des Erlöses für den guten Zweck ist geblieben.
(Textquellen: Archiv Ernst Leißner)